Dickhardtstraße

Friedenau ist ein Berliner Ortsteil im Bezirk Tempelhof/Schöneberg. Wesentliches städtebauliches Merkmal ist die nach dem Planer benannte „Carstenn-Minus-Figur“ bei der die Straßenverläufe strahlenförmig in alle Himmelsrichtungen vom zentralen „Friedrich-Wilhelm-Platz“ ausgehen. Die Mehrzahl der Gebäude in Friedenau stammen vom Beginn des 20. Jahrhunderts. Dadurch hat der Ortsteil einen fast einheitlichen Baubestand. 185 Objekte stehen unter Denkmalschutz und verleihen Friedenau ein besonderes Flair.

Im Jahr 1871 trat in Folge des Zuzuges von über 50000 Menschen eine empfindliche Wohnungsnot im alten Kerngebiet Berlins ein, so dass sich die Bautätigkeit im weiteren Umkreis der Hauptstadt ausdehnte. An der ehemaligen Ringstraße (heute Dickhardtstraße) entstand in diesem Zusammenhang das erste Gebäude des Ortes. Aufgrund des Wohnungsmangels wurde 1887 eine neue Bauordnung von der preußischen Regierung erlassen. Kleine Villen wurden abgerissen und statt dessen Miethäuser mit bis zu 5 Etagen errichtet.

In diesem Kontext ist die Neubebauung des Grundstücks Dickhardtstraße zu sehen. Bei der Planung haben wir uns an der gründerzeitlichen Struktur orientiert und ein straßenbegleitendes Gebäude mit 5 Geschossen und insgesamt 18 Wohnungen entwickelt. Ein besonderes städtebauliches Merkmal ist die gegenüber der Straße um ca. 7,5 m zurückgesetzte Bauflucht, die den Nutzern im Erdgeschoss einen individuell begrünten „Stadtgarten“ zur Verfügung stellt.

Projektdaten

Nutzung: 18 Wohneinheiten mit Tiefgarage
Wohnfläche: 2350 m²
Bauzeit: März 2013 – Juli 2014
Leistungen gemäß HOAI: Leistungsphasen 1 – 9