Bahnhofstraße

Lichterfelde ist als die älteste Villenkolonie Berlins bekannt und bis heute geprägt durch herrschaftliche Villen der Gründerzeit. Der Unternehmer Johann Anton Wilhelm von Carstenn hat auf eigene Kosten die Bahnhöfe Lichterfelde Ost und Lichterfelde West errichten lassen und somit den wesentlichen Grundstein zur Gründung (um 1860 – 1870) der Villenkolonie gelegt.

Der Architekt Julius Posener, der in Lichterfelde aufwuchs, beschreibt die Villenkolonie folgendermaßen: „Lichterfelde ist heute noch voll von kauzigen Häusern aller Art: Burgen, Miniatur-Plazzi, Schweizerhäuschen, Backsteinschlössern, in deren hohen, ein wenig düsteren Räumen alte Oberste, Staatssekretäre, Privatgelehrte ihr Wesen trieben, Erinnerungen pflegten: Sammlungen, Memoiren (…)“ Die Häuser haben sogar einen Geruch, den der Kenner als „lichterfelderisch“ bezeichnet. Julius Posener.

Das Grundstück Bahnhofstraße liegt im Bezirk Lichterfelde Ost, der weitaus größere Kriegsschäden als Lichterfelde West hinnehmen musste. Insofern sind nur noch vereinzelte Gründerzeitvillen vorhanden, wobei die baumbestandenen Alleen weitestgehend intakt sind.

Die hier vorherrschende Backsteinvillenarchitektur hat uns veranlasst, dieses Material als handwerklich hergestelltes Klinkermauerwerk bei dem Haus fortzuführen. Die großzügigen Raumdispositionen, zum Beispiel im Erdgeschoss mit Eingangshalle und großer offener Freitreppe zu allen folgenden Obergeschossen, einer Wohnküche und dem Wohnzimmer lassen durch ihre Offenheit und Transparenz fließende Übergänge zu. Großflächige bodentiefe Fenster in allen Räumen sichern eine angenehme Belichtungsqualität.

Im 1. Obergeschoss und Dachgeschoss sind Privaträume entstanden, die um die großzügige Freitreppe gruppiert sind, die die zentrale Bedeutung der Freitreppe unterstreichen.

Projektdaten
Wohnfläche ca. 300 m²
Bauzeit 2000 – 2001
Leistungen gemäß HOAI: Leistungsphase 1 – 9